ATO: Automatische Nachfüllung, die Ihr Wohnzimmer nicht überflutet

Die automatische Wassernachfüllung (ATO – Auto Top-Off) gleicht den täglichen Verdunstungsverlust im Aquarium aus. Der Mechanismus ist einfach – ein Niveau-Sensor und eine Pumpe –, doch genau hier passieren die teuersten Schäden in der Aquaristik: Ein klemmender Schwimmer kann dazu führen, dass eine ganze Kanister mit RO-Wasser in das Becken gepumpt wird. Deshalb verfügt die Oquari-Nachfüllung von Anfang an über eingebaute Sicherheitsmechanismen, die nicht versehentlich deaktiviert werden können.

Warum überhaupt ATO?

Aus dem Aquarium verdunstet täglich Wasser – aber nur reines Wasser, die Salze bleiben zurück. Ohne eine automatische Nachfüllung steigt der Salzgehalt Tag für Tag an und fällt nach einer Wasserwechsel drastisch ab. Für Korallen und empfindliche Fische bedeuten diese Schwankungen chronischen Stress. ATO hält den Wasserstand (und damit den Salzgehalt) nahezu konstant, indem es RO-Wasser über den ganzen Tag verteilt in kleinen Portionen nachfüllt.

Funktionsweise: Schwimmer und Pumpe

Die Komponenten sind minimalistisch:

  • Arbeits-Schwimmersensor – Misst den Wasserstand im Sumpf oder Hauptbecken und wird an die entsprechenden Anschlüsse des Oquari Core angeschlossen.
  • Nachfüllpumpe – Eine kleine Pumpe im RO-Wasserkanister, die an einen dedizierten Ausgang für niedrige Spannung angeschlossen ist.
  • Optional: Elektromagnetventil und Durchflussmesser in der Leitung – Oquari bietet hierfür separate, dokumentierte Anschlüsse.

Die Logik ist einfach: Der Wasserstand sinkt und bleibt über eine eingestellte Zeit niedrig (kurzfristige Wellenbewegung löst die Pumpe nicht aus) → der Controller öffnet das Ventil und startet die Pumpe. Sobald der Wasserstand wieder erreicht ist, stoppt die Pumpe. Diese Regel läuft vollständig lokal im Controller ab – ohne WLAN, Cloud oder Home Assistant.

Warum Zeitlimit und Cooldown das Aquarium retten

Ein einzelner Schwimmersensor reicht nicht aus. Klassische Katastrophenszenarien sind:

  • Der Schwimmer klemmt in der unteren Position (durch Schnecken, Algen oder Salzablagerungen) – die Pumpe läuft endlos weiter.
  • Das Nachfüllschlauch ist aus dem Sumpf gerutscht – die Pumpe läuft auf den Boden, und der Wasserstand „will“ nicht steigen.
  • Der Schwimmer ist elektrisch defekt – der Controller erkennt ewig einen „niedrigen Stand“.

In allen drei Fällen ist das Symptom dasselbe: Die Pumpe arbeitet verdächtig lange. Daher hat die Oquari-Nachfüllung mehrere unabhängige Sicherheitsebenen:

  1. Maximale Nachfülldauer – Der Controller kennt die typische Nachfülldauer Ihres Beckens (z. B. 2 Minuten). Wenn die Pumpe länger läuft, erzwingt die Sicherheitsschicht den Stopp – unabhängig davon, was der Schwimmer „meldet“.
  2. Tägliche Volumengrenze – Zum Beispiel 2 % des Beckenvolumens pro Tag. Selbst eine Serie „erfolgreicher“ Zyklen entsalzt das Riff nicht: Nach Erreichen des Limits stoppt die Nachfüllung und meldet einen Alarm.
  3. Durchflussbestätigung – Wenn Sie einen Durchflussmesser in der Leitung haben, prüft der Controller, ob Wasser tatsächlich fließt. Eine trockene Pumpe oder ein verstopfter Schlauch führt sofort zum Stopp.
  4. Maximal-Niveau-Sensor – Ein unabhängiger Schwimmer höher angebracht dient als harter Stopper für die Nachfüllung, außerhalb der gesamten Regelungslage.
  5. Sperre nach Notstopp – Nach einem Notfallstopp ist Ihre Bestätigung erforderlich, um den Betrieb wieder aufzunehmen. Dies unterbricht den zweiten Überflutungsvektor: Ohne Sperre würde ein hängender Schwimmer einen Zyklus aus „Limit – kurze Pause – erneut Pumpen“ auslösen, der das Becken insgesamt dennoch überfluten würde.

Dieser Schutz hat Vorrang vor allen Regeln und Zeitplänen. Keine andere Regel, manuelle Steuerung über die App oder Automatisierung über Home Assistant kann den Notstopp „überstimmen“.

Stellen Sie das Zeitlimit sinnvoll, aber eng ein. Messen Sie einmal mit einer Stoppuhr, wie lange die Nachfüllung nach einem ganzen Tag Verdunstung tatsächlich dauert, und stellen Sie das Limit auf das 2- bis 3-fache dieses Werts. Ein zu lockeres Limit (z. B. 30 Minuten bei einem Becken, das täglich ein Glas verdunstet) macht den Schutz illusorisch.

Konfiguration im Panel

  1. Öffnen Sie das Controller-Panel (oquari-XXXX.local) → Wasser → ATO-Nachfüllung.
  2. Der Assistent zeigt an, welche Anschlüsse erkannt wurden: Arbeits-Schwimmer, Pumpe, Ventil, Durchflussmesser.
  3. Stellen Sie die maximale Nachfülldauer und das tägliche Volumengrenze ein (ein vernünftiger Startwert ist 2 % des Beckenvolumens).
  4. Speichern Sie die Einstellungen und testen Sie sie, indem Sie den Schwimmer kurz aus dem Wasser heben: Die Nachfüllung sollte starten und nach dem Eintauchen stoppen.

Alarm bei Blockade

Ein Notfallstopp bedeutet nicht nur das Abschalten der Pumpe – das Preset generiert auch einen Alarm für blockierte Nachfüllung. Sie sehen ihn auf dem Gerät und im Panel, und wenn Sie ein oquari.com-Konto oder eine Home-Assistant-Integration haben, auch als Benachrichtigung auf Ihrem Handy.

Behandeln Sie den Blockadealarm immer als Aufforderung zur Inspektion: Prüfen Sie Schwimmer, Schlauch und Wasserstand im Kanister, bevor Sie die Nachfüllung wieder in Betrieb nehmen.

Nach einem Neustart des Controllers beginnen die Zähler bei Null – das ist normal. Der zeitliche Schutz überwacht die kontinuierliche Pumpenlaufzeit, nicht die Tagessumme. Daher schwächt ein kurzfristiger Stromausfall den Schutz in der Praxis nicht: Ein hängender Schwimmer löst nach derselben maximalen Zeit erneut das Limit aus.

Best Practices

  • Wählen Sie den Nachfüllkanister so, dass sein vollständiges Entleeren ins Becken keine Katastrophe darstellt (Volumenpuffer ist die letzte Verteidigungslinie).
  • Reinigen Sie den Schwimmer bei Wasserwechseln – Salzablagerungen sind die häufigste Ursache für Klemmstellen.
  • Fügen Sie einen Maximal-Niveau-Schwimmer hinzu (Oquari hat dafür einen dedizierten Anschluss) – dies ist ein unabhängiger, harter Stopp gegen Überfließen.
  • Ein Wasseraufprallsensor unter dem Becken kostet wenig und stoppt die Nachfüllung, bevor das Wasser die Fußbodenpaneele erreicht.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich die Sicherheitslimits deaktivieren?

Nein, die Sicherheitsebenen wie maximale Laufzeit und Volumengrenze sind fest eingebaut und können nicht versehentlich ausgeschaltet werden. Sie dienen als letzte Verteidigungslinie gegen Überflutungen oder Salzgehaltschwankungen.

Benötige ich für ATO eine Internetverbindung?

Nein, die gesamte Logik der automatischen Nachfüllung läuft lokal im Oquari-Controller ab. Auch bei einem vollständigen Ausfall von WLAN oder Cloud-Diensten funktioniert die Regelung weiterhin zuverlässig.

Wie reagiere ich auf einen Blockadealarm?

Behandeln Sie den Alarm immer als Aufforderung zur Inspektion. Prüfen Sie zuerst, ob der Schwimmer frei beweglich ist, ob der Schlauch korrekt sitzt und ob im Kanister noch Wasser vorhanden ist. Erst nach Beseitigung des Problems können Sie die Nachfüllung manuell wieder aktivieren.

Was passiert bei einem Stromausfall?

Nach einem Neustart beginnen die internen Zähler bei Null. Da der Schutz primär die kontinuierliche Pumpenlaufzeit überwacht und nicht nur die Tagessumme, bleibt die Sicherheit auch nach einem kurzen Stromausfall gewährleistet. Ein hängender Schwimmer würde nach Erreichen des eingestellten Zeitlimits erneut zum Stopp führen.

Kann ich ATO mit Home Assistant steuern?

Ja, Oquari integriert sich nativ über MQTT Discovery in Home Assistant. Sie können den Status überwachen und manuell eingreifen, jedoch kann keine Automatisierung oder Regel aus Home Assistant die harten Sicherheitslimits des Controllers überschreiben.